JURA INFO | Jurastudium – 1. Examen – Referendariat – 2. Staatsexamen

Herzlich willkommen in unserem Informationsbericht über Jura, in dem du alle Infos rund um Jura erhältst. Die Informationen beruhen auf eigenen Erfahrungen der Mitarbeiter von JURALERNPLAN, die den gesamten Weg des Jurastudiums über das 1. Examen gefolgt vom Referendariat bis hin zum 2. Examen hinter sich gebracht haben. Beachtet bitte, dass die Mitarbeiter von JURALERNPLAN überwiegend in Nordrhein-Westfalen studiert und das Referendariat dort absolviert haben, sodass die Informationen vor dem Hintergrund anderer landesrechtlicher Regelungen abweichen können.

Das Jurastudium

Anforderungen

Das Jurastudium kann nach dem Abitur an den meisten Universitäten in Deutschland zum Sommersemester oder Wintersemester begonnen werden und ist oftmals NC-beschränkt. Der numerus clausus unterscheidet sich von Uni zu Uni und von Jahr zu Jahr. Eine aktuelle Übersicht kann hier abgerufen werden. Bemerkenswert ist, das Jura nicht - wie landläufig angenommen - ausschließlich mit einem sehr guten Abiturschnitt von 1,xxx studiert werden kann, sondern viele Universitäten auch 2,xx oder 3,xx Abitur (gegebenenfalls mit wenigen Wartesemestern) zulassen. Im Übrigen vergeben manche Universitäten eine Art "Sozialpunkte", die eine schwächere Abiturnote wieder ausgleichen kann. Solche "Sozialpunkte" können sich aus Familienbindungen in der konkreten Universitätsstadt, ein Hauptwohnsitz oder Ähnlichem ergeben und sollte bei der Universität erfragt werden.

Ablauf

Grundlegend ist das Jurastudium in ein Grundstudium und ein Hauptstudium geteilt. Das Grundstudium endet mit der Zwischenprüfung und das Hauptstudium mit der Schwerpunktbereichtsprüfung. Zudem zählt die Note der Schwerpunktbereichsprüfung zu Teilen in die Gesamtnote des 1. juristischen Staatsexamens hinein, die sich aus dem Staatsteil und der Schwerpunktbereichsnote zusammensetzt. In welchem Verhältnis sich die Note zusammensetzt, ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich.

Das Grundstudium

Das Grundstudium, das auf  4 Semester angelegt ist, endet mit dem Abschluss der das gesamten Grundstudium begleitenden Zwischenprüfung, die mit Erreichen aller erforderlichen Scheine abgeschlossen wird. An der Universität zu Köln ist das Grundstudium folgendermaßen aufgebaut:

Die Studierenden sollen alle der folgenden Vorlesungen besuchen:

a)  im Bereich „Kerngebiete des Bürgerlichen Rechts“:

  • Allgemeiner Teil des BGB am Beispiel des Kaufvertrags
  • Schuldrecht Allgemeiner Teil am Beispiel des Kaufvertrags
  • Vertragliche Schuldverhältnisse
  •  Gesetzliche Schuldverhältnisse
  • Sachenrecht
  • Kreditsicherungsrecht

b)  im Bereich „weitere Gebiete des Bürgerlichen Rechts“:

  • Arbeitsrecht
  • Zivilprozessrecht
  • Handels- und Gesellschaftsrecht
  • Familien- und Erbrecht
  • Internationales Privatrecht

c) im Bereich „Staatsrecht“:

  • Grundrechte
  • Staatsorganisationsrecht mit Verfassungsprozessrecht
  • Staatsrecht III mit Europarecht und Bezügen zum Völkerrecht

d)  im Bereich „Verwaltungsrecht“:

  • Allgemeines Verwaltungsrecht
  • Besonderes Verwaltungsrecht
  • Verwaltungsprozessrecht

e)  im Bereich „Strafrecht“:

  • Strafrecht I – Allgemeiner Teil 1 und Besonderer Teil 1
  • Strafrecht II – Allgemeiner Teil 2 und Besonderer Teil 2
  • Strafrecht III – Besonderer Teil 3
  • Strafverfahrensrecht

Zudem sollen zwei der folgenden Grundlagenvorlesungen besucht werden:

  • Römische Rechtsgeschichte
  • Deutsche Rechtsgeschichte
  • Einführung in das Kirchenrecht
  • Allgemeine Staatslehre
  • Einführung in die Rechtstheorie

Durch diese Vielzahl an Vorlesungen, die besucht werden sollen, kommt es regelmäßig dazu, dass Studierende die vorgesehene Studienzeit von 4 Semestern für das Grundstudium überschreiten, wenn sie tatsächlich alle vorgesehenen Vorlesungen hören möchten. Weiterhin werden die Vorlesungen von Arbeitsgemeinschaften bzw. Tutorien begleitet, in denen das in den Vorlesungen erworbene Wissen auch "praktisch" - also anhand von Übungsfällen - umgesetzt werden soll.

Auch müssen im Grundstudium während der Semesterferien Hausarbeiten geschrieben werden, wobei dies ebenfalls vom Studienort abhängig ist.

Die Zwischenprüfung

Die Zwischenprüfung in Jura besteht man automatisch, wenn man eine durch die Universität vorgesehene Anzahl an Klausuren, die am Ende des Semesters zu den entsprechenden, oben aufgeführten, Vorlesungen angeboten werden, bestanden hat. Es handelt sich also nicht um eine zusätzliche Abschlussprüfung, sondern um Zusammenfassung der im Grundstudium abgelegten Leistungen inklusive der Hausarbeiten. Die Zwischenprüfung ist die erste Hürde im Jurastudium und bildet sowohl die Zulassungsvoraussetzung für das Hauptstudium als auch für das 1. Examen. Die Universitäten nutzen die anspruchsvolle Zwischenprüfung bereits dazu, diejenigen Studierenden "auszusieben", die für das Jurastudium nicht geeignet sind. Daher liegen die Durchfallquoten der Zwischenprüfungen bei circa 20 bis 50 Prozent.

Das Hauptstudium

Nachdem die Zwischenprüfung bestanden ist, beginnt das Hauptstudium in Jura. Dieses besteht aus den großen Übungen, Hausarbeiten sowie dem Schwerpunktbereich. Der Schwerpunktbereich dient dazu, sich zu spezialisieren und zum ersten Mal im Jurastudium Vorlesungen aus einem Themenbereich auszuwählen, das den Studenten selbst interessiert. Die Universität zu Köln bietet folgende Schwerpunktbereiche an, die sich durch die enthaltenen Vorlesungen unterscheiden (wobei es auch Überschneidungen gibt):

  1. Unternehmensrecht
  2. Rechtspflege und Notariat
  3. Geistiges Eigentum und Wettbewerb
  4. Bank-, Kapitalmarkt- und Versicherungsrecht
  5. Arbeitsrecht, Sozialversicherungsrecht, Versicherungsrecht, Medizinrecht und Gesundheitsrecht
  6. Internationales Privat-, Wirtschafts- und Verfahrensrecht
  7. Rechtsentwicklungen in der Moderne
  8. Öffentliches Recht
  9. Völker- und Europarecht
  10. Steuerrecht und Bilanzrecht
  11. Religion, Kultur und Recht
  12. Medien- und Kommunikationsrecht
  13. Kriminologie, Jugendkriminalrecht, Strafvollzug
  14. Internationales Strafrecht, Strafverfahren, praxisrelevante Gebiete des Strafrechts

Zudem müssen im Hauptstudium Softskills erworben werden, die durch sogenannte Schlüsselqualifikationen nachgewiesen werden. An den zugrundeliegenden Veranstaltungen muss man regelmäßig nur teilnehmen, ohne dass diese mit einer Prüfung enden. Schlüsselqualifikationen umfassen auf den Beruf bezogene persönliche Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen, die bei der Bewältigung des Berufslebens helfen sollen. Beispielhaft handelt es sich um Veranstaltungen wie "Zeugenvernehmung in Theorie und Praxis", "Vertragsgestaltung in der Praxis", "Erfolgreiches Verhandeln", "Beweislehre und Beweiswürdigung" oder "Psychologie der Zeugenvernehmung".

Die Schwerpunktbereichsprüfung

Die Schwerpunktbereichsprüfung ist bestanden, wenn alle erforderlichen Leistungen aus dem Haupststudium erbracht sind. Die erreichte Gesamtnote fließt teilweise in die Gesamtnote des Staatsexamens - in je nach Bundesland unterschiedlichen Verhältnissen - ein. Die Note des Schwerpunktbereichs setzt sich wiederum zusammen aus den Noten bestimmter erbrachter Leistungen des Hauptstudiums. In Köln sind setzt sie sich zusammen aus den Noten der Klausuren des Schwerpunktbereichs (aber nicht der großen Übungen) sowie aus der Schwerpunktseminararbeit. Bei der Schwerpunktseminararbeit handelt es sich um eine vertiefte wissenschaftliche Auseinandersetzung mit einer Thematik aus dem gewählten Schwerpunktbereich, dessen Ergebnisse im Anschluss in Form eines Seminars präsentiert werden müssen, an das sich ein Prüfungsgespräch über die Seminararbeit anschließt, das um allgemeine Rechtsfragen aus dem Schwerpunktbereich ergänzt werden kann.

Lernplan Jurastudium

Es ist zu empfehlen, sich schon frühzeitig auf die Klausuren des jeweiligen Semesters strukturiert vorzubereiten. Viele Studierende vergessen, dass das erworbene Wissen gerade nicht nur für die Klausur gelernt werden muss, um die konkrete Klausur und am Ende die Zwischenprüfung zu bestehen, sondern das gesamte Wissen auch für das 1. Staatsexamen wieder zur Verfügung stehen muss. Eine Vielzahl Studierender scheitert an einer strukturierten Vorbereitung über das gesamte Semester und versucht dann in den letzten vier Wochen vor dem Klausurtermin mit einer Art "Bulimielernen" die Klausur möglichst gut zu bestehen. Bulimielernen? Wissen reinschaufeln, während der der Klausur auskotzen und danach alles wieder vergessen. Das funktioniert teilweise auch ganz gut und man kann sich erfolgreich durch die ein oder andere Klausur mogeln. Effektiv ist das Ganze aber nur in diesem Moment und das böse Erwachen kommt spätestens dann, wenn man in die Examensvorbereitung geht. Daher sollte sich schon im Studium strukturiert auf die Klausuren am Ende des Semesters mit einem Lernplan für das Jurastudium systematisch vorbereitet werden.

 

Buchempfehlungen Jurastudium

Es gibt zahlreiche Bücher und Aufsätze, wie man das Jurastudium erfolgreich bewältigt. Aus diesem Grund werden an dieser Stelle nicht bloß darauf verwiesen, sondern wir versuchen, hier einige außergewöhnlichere Buchempfehlungen abzugeben, die sich gar nicht konkret auf das Jura-Studium beziehen. Wenn wir uns auf ein Buch beschränken müssten, was wir empfehlen können, dann ist "The One Thing" von "Gary Keller".

 

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Das 1. Examen

Das 1. Examen stellt die Abschlussprüfung nach dem Jurastudium dar und setzt sich aus staatlicher Pflichtfachprüfung und der universitären Schwerpunktbereichsprüfung zusammen. Die staatliche Pflichtfachprüfung wird vor einem der Justizprüfungsämter abgelegt und geht zu 70 % in die Gesamtnote der ersten Prüfung ein, während der universitäre Schwerpunktbereich in NRW mit 30 % einfließt.  Zum ersten juristischen Staatsexamen kann man sich anmelden, wenn man die entsprchenden Anforderungen erfüllt, die sich wiederum von Bundesland zu Bundesland unterscheiden. 

Die Anmeldung erfordert in NRW folgende Unterlagen:

  • Ausgefüllter Anmeldebogen
  • Unterschriebener Lebenslauf, in dem der Werdegang in der Zeit zwischen Abitur und der Meldung zur staatlichen Pflichtfachprüfung darzulegen ist
  • Abiturzeugnis
  • Geburtsurkunde und gegebenenfalls Heiratsurkunde
  • Aktuelles Lichtbild
  • Für jedes Fachsemester einen Nachweis der Immatrikulation und einen unterschriebener Belegbogen
  • Bei einem Studienortwechsel: zusätzlich eine Exmatrikulationsbescheinigung der früheren Universität bei einem Vorstudium: Immatrikulationsnachweise für jedes Semester und gegebenenfalls eine Exmatrikulationsbescheinigung
  • Nachweis über das Bestehen der Zwischenprüfung
  • Fremdsprachennachweis
  • Praktikumsbescheinigungen

Ablauf

Nachdem man sich für einen Schreibtermin angemeldet hat (in NRW jeden Monat geschrieben, bis auf 2-3 Monate im Jahr), erhält man die Ladung zur Anfertigung der Aufsichtsarbeiten (sprich Klausuren) für das 1. Examen. Man schreibt insgesamt 6 Klausuren a 5 Stunden, meistens verteilt über einen Zeitraum von 2 Wochen. Hierbei handelt es sich um 3 Klausuren aus dem Zivilrecht, 2 Klausuren aus dem Öffentlichen Recht und eine Klausur aus dem Strafrecht. Nachdem man die schriftlichen Klausuren bestanden hat, folgt die mündliche Prüfung im 5. Monat nach dem jeweiligen Schreibtermin. Die mündliche Prüfung beginnt in NRW zunächst mit einem Aktenvortrag, den man in einer Stunde vorbereitet und anschließend in maximal 12 Minuten vor der dreiköpfigen Prüfungskommission in freier Rede präsentiert. Danach folgen die vom Vortrag losgelösten Prüfungsgespräche mit jeweils 50 Minuten Prüfungszeit pro Rechtsgebiet (Zivilrecht, Öffentliches Recht, Strafrecht), die sich jedoch auf die 4-6 Prüflinge verteilt.

Examensvorbereitung

Je nachdem wann man seinen Schreibtermin hat, bleibt einem eine gewisse Zeit für die Examensvorbereitung. Die meisten Examenskandidaten verwenden ein bis zwei Jahre für die Examensvorbereitung. Um sich auf das 1. Examen vorzubereiten, bestehen verschiedene Möglichkeiten. Man kann private Repetitorien besuchen, die einem mehr oder weniger den Stoff, den man für das erste Staatsexamen können muss, innerhalb von circa einem Jahr beibringen möchten. Man kann aber auch ein universitäres Repetitorium besuchen, die sich immer mehr als kostenfreie Konkurrenz zu den kommerziellen Repetitorien sehen. Oder man kann sich auch ohne Repetitorium auf das Staatsexamen vorbereiten, was deutlich mehr Selbstverantwortung erfordert. Unabhängig davon, wie man sich auf das Examen vorbereiten möchte, handelt es sich um einen Marathonlauf, bei dem man für Monate am Schreibtisch sitzt bzw. in der Bibliothek abtaucht, um die riesige Stoffmenge, die man können muss, bewältigen zu können.

Repetitorium

Unsere Mitarbeiter selbst haben sich allesamt mit einem Repetitorium auf das Staatsexamen vorbereitet, um sich die Arbeit zu sparen, die einzelnen Stoffgebiete selbst eingrenzen zu müssen und zu verhindern, dass am Ende etwas vergessen wird. Zudem steigt durch ein Repetitorium ganz deutlich der Druck auf einen selbst, da man die Kurse in größeren Gruppen von 20-40 angehenden Juristen besucht, die alle ehrgeizig ihre persönlichen Ziele verfolgen und man dadurch angespornt wird, intensiv zu lernen. Welches Repetitorium man besucht, ist Geschmackssache, sodass wir an dieser Stelle keine Empfehlung aussprechen möchten. Hier eine Auflistung der größten Repetitorien:

Online-Repetitorium

Weiterhin gibt es mittlerweile Online-Repetitorien, die durch abgefilmte Präsenzrepetitorien eine Vorbereitung auf das 1. Examen mit mehr Flexibilität ermöglichen. Vollkommen losgelöst von irgendwelchen Kurszeiten ermöglicht eine Online-Repetitorium, dass man die Videos schaut, wenn es einem zeitlich passt. Andererseits läuft man natürlich auch Gefahr, zu prokrastinieren, wenn einem der Druck vom Präsenzrepetitor und den anderen Teilnehmern der Repetitorien fehlt. Daher sehen wir die Möglichkeit der Online-Repetitorien eher als sinnvolle Ergänzung zu Präsenzrepetitorien an, wobei dies durchaus davon abhängig ist, wie stark man sich selbst disziplinieren kann. Bekannte Anbieter sind folgende:

juraexamen.info

Als unverzichtbarer Helfer während der Examensvorbereitung hat sich das Portal juraexamen.info herausgestellt. Auf dieser Internetseite findet man viele Tipps für die Examensvorbereitung, aber auch aktuelle Rechtsprechungshinweise und examensrelevante Themen wie einen Examensreport über das, was in den verschiedenen Staatsexamensklausuren der Vormonate gelaufen ist sowie Tagesgeschehen aus juristischer Sicht. Auch für die mündliche Prüfung lohnt sich der Blick auf juraexamen.info.

Lernplan 1. Examen Jura

Da man sich auf das 1. Examen über einen wirklich langen Zeitraum von 1-2 Jahren vorbereiten muss, ist es notwendig, seine Zeit zu strukturieren, um nicht den Überblick zu verlieren. Das gesamte Wissen muss am Ende der Examensvorbereitung während der Klausuren für das 1. Staatsexamen bereit stehen. Daher empfehlen wir, sich mit einem Jura Lernplan für das 1. Examen vorzubereiten, um so die ganze Zeit der Examensvorbereitung systematisch und strukturiert angehen zu können.